Information

Alle Eltern, deren Kinder im Sommer 2017 in ihr MaZ-Jahr ausreisen, sind herzlich zu einem Informationstag nach Friedberg/Augsburg eingeladen. Wir treffen uns am 11. März 2017 von 10.30-16 Uhr bei den Pallottinern.

 

Rückmeldung der Mutter von Nehle:

Vor genau einem Jahr haben wir unsere Tochter Nehle mit Ihnen als "Perle" ausgesendet nach Indien. Beseelt von dem schönen Aussendegottesdienst bei wunderbarem Wetter konnten wir mit Ihrer Unterstützung, den mutmachenden Worte, den Gebeten schließlich am 11. Oktober unsere Tochter zum Flughafen Frankfurt bringen, um sie fast ein Jahr ins ferne Indien ziehen zu lassen.

Jetzt ist das Jahr fast vorbei: In vier Wochen kommt Nehle zurück. In der ganzen Zeit haben wir nur tolle Dinge von ihr, über das Projekt, die dortige Gemeinschaft, das Land und, und, und gehört. Über die Medien ging das trotz Indiens Stromausfällen, dem kaputten Handy u.ä. doch sehr gut, auch hat uns und sie alle Briefpost aus allen Städten/ Ländern erreicht. Fotos haben uns gezeigt - zusammen mit den tollen Rundbriefen - welch' wunderbaren Erfahrungen  und Arbeiten Nehle dort macht.

Wir danken Ihnen allen auf diesem Weg schon, dass Sie das möglich gemacht haben. Das werden wir nicht vergessen und Ihre Arbeit gerne weiter unterstützen.

 

Unsere Tochter macht MaZ

Ein Interview mit den Eltern von Susanna Schüller

 

Wie war es, als Susanna sich dazu entschloss als MaZ nach Kamerun zu gehen?

Als Susanna sich entschloss mit MaZ ins Ausland zu gehen, fanden wir das eine gute Idee und haben sie dabei unterstützt. Als dann klar war, dass sie nach Kamerun gehen sollte, haben wir natürlich erst einmal recherchiert, welche Gefahren auf sie zukommen. Als wir dann erfahren haben, dass Kamerun relativ friedlich ist, waren wir beruhigt. Als die Ausreise immer näher kam, stiegen auch die Ungewissheiten und Sorgen.

 

Welches Gefühl hattet ihr bei der Ausreise von Susanna?

An den Tag der Ausreise können wir uns noch sehr gut erinnern. Der Abschied war sehr schwer. Die Nacht vorher habe ich bei Susanna im Bett geschlafen, damit wir gemeinsam zur Ruhe kamen. (Mama) Es kamen natürlich auch solche Gedanken, dass mit der Ausreise ein Lebensabschnitt zu Ende geht und dass sie ab dem Moment, aus dem Hause gegangen ist. Aber ich empfand es nicht als dramatisch, da es zum Erwachsenwerden dazugehört (Papa). Als sie durch die Kontrolle am Flughafen gegangen ist, habe ich nur gedacht „Hoffentlich sehen wir uns gesund wieder“ und gebetet, dass sie in dem Jahr beschützt ist. (Papa)

 

Wie hat es sich angefühlt als Susanna plötzlich so weit weg war?

Als wir zuhause waren haben wir per Internet den Flug beobachtet und mit jedem Kilometer wurde klarer, wie weit sie weg war. Die ersten drei Wochen waren die schlimmsten. (Mama) Man wusste überhaupt nicht, wo das Kind gelandet war. Wir hatten noch keine Fotos und keine Vorstellung von ihrem Leben. Mit jedem Anruf, mit jeder Mail, mit jedem Lebenszeichen kamen wir Kamerun ein Stückchen näher und es wurde für uns vertrauter. Wir hatten vereinbart jeden Sonntagnachmittag zu telefonieren und lernten so zum Beispiel in Montabaur einen eritreischen Telefonkartenverkäufer kennen. Wenn an einem Sonntagnachmittag die Verbindung nicht zustanden kam, waren wir schon sehr besorgt. Doch meistens war der Grund, dass Susanna auf einer interessanten Reise war und keinen Empfang hatte.

 

Wie war es von guten und schlechten Neuigkeiten zu erfahren?

Bei schlechten Nachrichten haben wir uns auch Sorgen gemacht, weil Susanna zum Teil schwierige Erfahrungen auch im zwischenmenschlichen Bereich machen musste. Da leidet man schon mit dem Kind mit. Aber genauso hat man sich mit den guten Nachrichten gefreut und war neugierig auf die spannenden Dinge, die Susanna erleben durfte. Über die erste Rundmail habe ich mich fast schlapp gelacht, weil Susanna in herzerfrischender Klarheit die Dinge beschrieben hat. Zum Beispiel als sie vom Weltfrauentag berichtete, dass sich der Bürgermeister mit dem Spruch hervortat „Herzlichen Glückwünsch liebe Frauen, ihr seid der schönste Schmuck des Mannes.“. Da habe ich daran gedacht, dass diese Mail auch an meinen damaligen Chef Bischof Kamphaus ging, der sich sicherlich herzhaft darüber amüsierte. (Papa)

 

Beim Besuch von dir (Mama) in Kamerun. Wie war es deine Tochter in der dir so fremden Welt zu erleben?

Es stand von Anfang an fest, dass ich Susanna abholen wollte, denn ich wollte schon immer mal nach Afrika. Susanna hat mich an die wichtigsten Orte ihres Aufenthaltes mitgenommen und so konnte ich die Erzählungen mit eigenen Bildern füllen und mit meinen Vorstellungen vergleichen. Ich war total fasziniert von diesem Land, den bunten Stoffen und dem guten Essen. Überall wurde ich außerordentlich freundlich empfangen und machte die Erfahrung, dass ich als Mutter sehr wertschätzend behandelt wurde. Das war schon sehr auffallend im Gegensatz zu Deutschland. Ich war total begeistert, wie sicher und selbstverständlich sich Susanna in einer für mich völlig fremden Welt bewegte. Es war schon ein neues Gefühl als Mutter von der Tochter angeleitet zu werden. Ich konnte mich gut darauf einlassen, weil ich mich durch Susannas Reiseleitung sicher fühlte und außerordentlich viel zu sehen und erklären bekam.

 

Hat sich Susanna seit ihrem Aufenthalt verändert bzw. wie war die Rückkehr?

Susanna ist in dem Jahr deutlich gereift und hat ihre schon so und so markante Persönlichkeit weiterentwickeln können. Sie hat gelernt auch schwierige Situationen zu meistern und gegen Widerstände durchzuhalten. Zudem glaube ich, hat sie sich auch im Glauben deutlich weiterentwickelt und eine für sie passende Spiritualität gefunden.  

Die Tage vor der Rückkehr der Beiden war ich sehr aufgeregt und habe mich sehr gefreut Susanna an Leib und Seele gesund wieder in die Arme nehmen zu können. (Papa) Selbst Lotta, unsere Hündin hat sich gefreut. Am Anfang war Susanna fremd in ihrer Heimat. Sie konnte mit dem ganzen Konsum und der Schnelligkeit wenig anfangen. Doch sie hat sich relativ unkompliziert wieder eingelebt und ihr anstehendes Studium geplant. Der Moment, wo Susanna aus dem Sicherheitsbereich kam, war beeindruckend, weil sie ganz laut gejuchzt und sich gefreut hat. Aber die Freude war gegenseitig.

 

Hat der MaZ-Einsatz von Susanna auch euer eigenes Leben bereichert?

Auf jeden Fall!! Wir sind ganz neu mit der Eine-Welt-Problematik in Berührung gekommen. Besonders bereichernd ist es für mich jedes Mal, wenn ich bei einem Gottesdienst der von MaZlern gestaltet wird, dabei bin. Solchen Reichtum an kultureller Vielfalt empfinde ich als großes Geschenk. (Mama) Ich stelle bei mir fest, dass ich mich seit Susannas Aufenthalt in Kamerun verstärkt für die Themen der Einen Welt in allen Facetten interessiere. (Papa)

 

Marlene Wynands-Schüller und Thomas Schüller, Eltern von Susanna Schüller, MAZlerin in Kamerun