Debora berichtet von ihren ersten Wochen in Tansania:

Nach einem langen Flug sind Franzi und ich gut in Arusha gelandet. Dort wurden wir von Sr. Fides abgeholt. Die sechs Schwestern in Arusha haben uns sehr herzlich empfangen und für eine Nacht aufgenommen, bevor wir am Donnerstag dann direkt nach der Morgenmesse und dem Frühstück mit Sr. Rosemarie nach Siuyu aufbrachen. Sr. Rosemarie ist unsere Mentorin und kommt sogar aus Köln, sodass wir auf deutsch kommunizieren konnten. Die Fahrt von Arusha nach Siuyu dauerte ca. 6h. Als wir abends ankamen, wurden wir von den ca. 20 Schwestern wieder sehr nett begrüßt. Da an diesem Abend leider Stromausfall war, konnten wir unsere Wohnung nicht so ausführlich begutachten, aber das haben wir dann am nächsten Tag nachgeholt.

Mitleben

Franzi und ich wohnen zusammen auf dem Gelände der Pallotti Secondary School. Es gibt 4 Häuserreihen mit je zwei Wohnungen. In den anderen Wohnungen wohnen die Lehrer der Schule mit ihren Familien. Morgens um 5.30 Uhr gehen die Mädchen der Schule laufen. Während diesem Frühsport singen sie. Beim ersten Mal fand ich es sehr schön, durch Gesang aufzuwachen, aber inzwischen höre ich es gar nicht mehr, sondern wache leider erst später durch meinen Wecker auf.

Essen können Franzi und ich im Konvent bei den Schwestern. Das ist auch die Zeit, in der ich mit den Schwestern mehr reden kann. Denn ansonsten ist jede mit ihrer täglichen Arbeit beschäftigt. Morgens gibt es selbstgebackenes Brot mit Marmelade oder Porridge. Mittags und abends wird warm gegessen.  Da gibt es immer Reis, Bohnen, ein grünes Gemüse, das so ähnlich aussieht wie Spinat, aber in der Konsistenz fester ist und Salat. Manchmal gibt es auch Spaghetti und entweder Dagaa, das sind sehr kleine Fische (halbs so lang wie mein kleiner Finger), oder Fleisch. Zum Nachtisch gibt es immer Obst und manchmal auch Süßigkeiten.

Mitbeten

Jeden Sonntag gibt es 3 Messen und ich kann mir aussuchen, in welche ich gehe. Die Erste ist von 7.30 - 9.00 Uhr, die zweite ist eine Kindermesse und geht von 9.00-10.00 Uhr und die Dritte ist von 10.30 - 12.30 Uhr. An den anderen Tagen ist um 6.45 Uhr die Morgenmesse, zu der ich aber nur mittwochs und samstags gehen kann, da ich sonst früher aufstehe. Abends um 18.00 Uhr gehe ich zum Abendgebet, das vor dem Abendessen ist.

Zuerst aufgefallen ist mir, dass die Lieder hier nicht mit der Orgel, sondern mit einer Trommel, einem Tamborin und einem anderen Instrument begleitet werden, das ich euch fotografiert habe. Dazu kann jeder klatschen. In der Kirche gibt es auch eine elektrische Orgel, die zusätzlich eingesetzt wird. Die Morgenmesse wird auf Kiswahili gehalten und Liederbücher gibt es leider keine. Ich höre also genau hin, um beim nächsten Mal mehr mitsprechen oder mitsingen zu können. Das Abendgebet ist hauptsächlich auf englisch und ich kann alles mitlesen.

Mitarbeiten

Abgesehen von unserer Mentorin Sr. Rosemarie ist auch noch Sr. Rosy für uns zuständig. Sie arbeitet mit im Center und deshalb unsere direkte Ansprechpartnerin was die Arbeit angeht.

Inzwischen bin ich in meinem täglichen Rhythmus angekommen. Mittwochs und sonntags habe ich meine freien Tage. An den anderen Tagen beginne ich um 6.30 Uhr im Center. Das Center ist ein Kinderheim für 65 behinderte Kinder. Die Kinder haben ganz unterschiedliche Behinderungen, körperliche und geistige.

Da ich momentan noch sehr wenig Kiswahili spreche, habe ich angefangen den Müttern in der Küche beim Kochen und Essen ausgeben zu helfen. Die Mütter arbeiten ehrenamtlich im Center, bekommen aber monatlich ein kleines Dankeschön.

Samstags gehen Franzi und ich zusammen ins Center. Wir haben zwei Gruppen, für die wir uns jeweils Programm überlegen. In der ersten Gruppe haben wir bis jetzt Zählen und das Schreiben des eigenen Namens geübt. Mit dem Schreiben hatten viele Kinder noch Probleme, sodass wir nächsten Samstag mit einzelnen Buchstaben anfangen wollen.

Mit der zweiten Gruppe haben wir angefangen Englisch zu üben. Die Kinder in dieser Gruppe sind zwischen 13 und 18 Jahre alt. Obwohl ich nicht viel älter bin, akzeptieren die Jungs mich als „Lehrerin“. Die meisten sind sehr interessiert. In der ersten Gruppe sind die Kinder zwischen 5 und 14 Jahre alt. Die meisten Kinder aus dieser Gruppe können sich nur kurz konzentrieren und auch die Sprache ist hier ein größeres Hindernis.